Digitalisierung im Kapitalismus

Die Hamburger Lesekreis der exit!-Redaktion lädt am 18. Oktober 2018 zu einem Vortrag ein:

DIGITALISIERUNG IM KAPITALISMUS.

Das Thema hat gleich mehrere, hoch relevante Aspekte. Einerseits sind die Wertschöp-fungsketten maßgeblich von der Digitalisierung von Arbeits- und Handelsprozessen betroffen. Das Verhältnis Mensch-Natur wird auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben. Andererseits beeinflusst die neue Technik auch die sozialen Beziehungen der Menschen zueinander sowie den Umgang mit der universellen Größe Zeit. Die Menschen werden konformiert bis zur inneren Schmerzgrenze der körperlichen und psychischen Belastbar-keit. Das hat negative Langzeitkonsequenzen bis in unsere neuronalen Strukturen hinein. Hinzu kommen die totale Überwachung und Kontrolle des „gläsernen Menschen“, einer falsch verstandenen Vorstellung von dem, was wir uns unter Transparenz wünschen. Die Art und Weise der Digitalisierung folgt unter kapitalistischem Vorzeichen der Logik der Durchsetzung autoritärer Konzepte.

Referent ist Werner Seppmann (Infos), Autor des Buches „Kritik des Computers: Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen“ (Mangroven-Verlag, 2017).

Zitat: „Es geht bei der kapitalistischen Verwen-dungsweise des Computers um mehr als die skandalösen Erfassungs- und Kontrollaktivitäten, denn sie führt zu problematischen Veränderungen in vielen Lebensbereichen: Durch die Verallgemei-nerung digitaler Techniken erodieren zivilisatorische Standards, veröden Alltagsbeziehungen und wird ein marktkonformer Lebensrhythmus durchgesetzt. Die Persönlichkeitsstruktur wird durch die „Computer-Praxis“ so umgeformt, dass sie mit der ununterbrochenen Tätigkeit der Märkte und Informationsnetze übereinstimmt. Digital flankierte Anpassungsprozesse sind die aktuellen Mechanis-men, mit denen der Kapitalismus sich jene Menschen schafft, die er für sein reibungsloses Funktionieren auf hochtechnologischer Grundlage benötigt.“ [Klappentext des Buches]

Wann: Donnerstag 18. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Wo: Centro Soziale / Sternstraße 2, 20357 Hamburg (hier) und (hier) / nur 3 min. Fußweg von U-Bahn/Feldstraße + (hier)

Info: exit!-Hompage, offizieller Flyer

Holger Roloff, 9. Oktober 2018


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Hier mal ein Eindruck davon, was die Digital-Technik (Stichwort KI / Künstliche Intelligenz) im Jahr 2018 schon kann. Dass das nicht ohne Auswirkungen bleiben dürfte liegt nahe, auch wenn man noch nicht konkret sagen kann, wo das hinführen wird (Video)

Debatte um eine Maschinensteuer (hier)

Was stimmt nicht am Umgang und Einsatz moderner Technik unter kapitalistischen Bedingungen? Worin liegt die Entfremdung? Das offenbaren  ungewollt entsprechende Kino-Filme wie z.B. „Transformers“ (Video), „Johnny English – Man lebt nur dreimal“ (Video)

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Mehr Technikeinsatz in der Warenproduktion erzeugt im 21. Jhd. langfristig den Trend einer stetig sinkenden Profitrate. Es ist gesamtgesellschaftlich immer weniger zum Verteilen da. Altersarmut und leere Staatskassen sind die Folge. Aktuell hält die Simulation der Mehrwertproduktion durch den Verkauf von fiktiven „Finanzprodukten“ im Bankensektor die Realwirtschaft durch Rückflüsse noch künstlich am Laufen – doch eine unbegrenzte Ausweitung solcher Geschäfte sowie der Verschuldung im Kreditwesen als Kompensationsmechanismen sind nicht dauerhaft durchzuhalten. Ein Kommentar von Susan Bonath zeigt diesen Zusammenhang für Tagesdosis 22.10.2018 am Bsp. der Renten auf (hier)

Zum Marktversagen (allen voran der Telekom) kommt das Totalversagen der deutschen Politik hinzu – sichtbar z.B. in Sachen Ausbau eines Internet-Breitbandnetzes (Video)

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