Das Griechische Paradox…

Eine Meldung vom heutigen 1. November 2011 verblüffte die gesamten Regierungseliten Europas! Der Griechische Premier Giorgos Papandreo beachsichtigt doch tatsächlich, in der Frage des EURO-Rettungsschirms und der damit gesellschaftlich verbundenen Forderungen nach „Sparmaßnahmen“ sein Volk zu befragen (hier und hier).

Europa zeigt sich „entsetzt“. Die Börsenkurse brachen ein. So viel Demokratie scheint selbst den angeblichen „Demokraten“ zu viel zu sein. In den Radionachrichten bei NDR Info wird tagsüber berichtet „Es herrscht dazu betroffenes Schweigen.“, „Man sei irritiert“ und überlegt intern, wie man dieses „Griechische Feuer austreten könne“. Sprache ist Ausdruck von Bewusstsein. Diesem Bewusstsein dämmert es natürlich, dass so ein Referendum auch „daneben gehen könne.“ Allein all diese Formulierungen sprechen deshalb schon Bände. Wie kann auch jemand nur auf die abstruse Idee kommen, das „gemeine Volk“ sei in der Lage, über sich selbst zu befinden?

Ist das nicht paradox? Gerade die deutsche Regierung lässt ansonsten kaum eine Auslandsreise aus, in der man sich nicht als unnachgiebige „Verfechter der Demokratie“ darstellt. Das betrifft allerdings auch nur das jeweilige „Regulationsregime des Kapitals“ – und das stets andernorts – versteht sich. Geht es jedoch ernsthaft um dessen Grundlagen und womöglich dem eigenen Kapital an den Kragen, dann dreht sich der Wind schlagartig.

Kurios mutet diese Situation nur deshalb an, weil quasi jemand aus den eigenen Reihen entweder zu zuversichtlich ob den Ergebnisses ist und schlichtweg die Lage „falsch einschätzt“ oder tatsächlich irrtümlicherweise unter „Demokratie“ sowas wie „Volksherrschaft“ verstehen möchte und so eine fundamental wichtige Entscheidung, mit historischer Bedeutung, nicht erneut ohne seine Bevölkerung treffen möchte. Letzteres ist allerdings eher unwahrscheinlich. Es ist deutlich naheliegender, dass die griechische Regierung, die fast schon kurz vor dem Bürgerkrieg stand und der damit das Wasser gleich im doppelten Sinn bis zum Hals steht, einfach aus Angst handelt. Im Zweifelsfall ist sich jeder selbst der nächste und eine Währung egal, weil zur Not austauschbar. Die Lage ist aussichtslos. Nicht wirklich, aber innerhalb des begrenzten bürgerlichen Denkens, schon.

Was bedeutet dieses „Griechische Paradox“?  Was verrät es uns?

Gesellschaftliche Systeme erzeugen derartige Paradoxien, als systemimmanent unauflösbare oder unerwartete, äußere Widersprüche, wenn damit ein „Fetischsystem“ sowie damit verbundene Macht- und Herrschaftsverhältnisse gerechtfertigt, sowie sich über alle sozialen Widerstände hinwegsetzend, aufrechterhalten werden sollen. Es handelt sich ihrem Charakter nach also stets um „Ideologische Paradoxien“ (vgl. hier).

Eine Paradoxie verweist immer auf eine höher liegende Wahrheit, eine Wahrheit, die also jenseits dessen liegt, was wir als Menschen in unserem Bewusstseinsabbild meinen, als Axiom setzen zu können, was für uns also (subjektiv) als unveränderlich und richtig gilt. All dem liegt ein äußerst realer, objektiver Widerspruch zugrunde, der sich nun ausdifferenziert und an der Oberfläche der Finanzen und der Währungssysteme selbst manifestiert. Weder eine Volksbefragung noch irgendwelche „Rettungsschirme“ können diesen Widerspruch auflösen. Die Lösung existiert zwar, doch sie liegt ausserhalb des Systems, d.h. außerhalb seiner „Inwertsetzung“ und „Basiskategorien“. Erst wenn unser Bewusstsein das erkennt,  kommen wir der, mit der Wahrheit im Einklang stehenden Lösung, näher (siehe auch hier).

Genau darin liegt der Unterschied zwischen „bürgerlicher Politik“ und „spiritueller Politik“…!

So geht es den Griechen Stand Mai 2017 (hier)

So geht es den Griechen Stand Juni 2018 (hier)

Nach 10 Jahren Krisen in Griechenland so sieht im August 2018 dort aus (hier)

EU betracht im August 2018 die Lage in Griechenland als wieder im Lot (Karikatur hier)

Es geht auch anders… – ein Kommentar von Holdger Platte für Tagesdosis 05.02.2019 (hier)

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Author: Holger

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